«Boozä» und «Toggini»,
Geister und Spukgestalten
Abgelegene Bergtäler und enge Dorfgemeinschaften, harte Schicksale und die Allgegenwart der Kirche, dazu ein Heer von «Boozä» und «Toggini», Geister und Spukgestalten also: Das ist die Welt der Walliser Geschichten und Mythen, der «Zellete, Lugine und Saage». „Im nahen Großen Aletschgletscher büßten sie in Dunkel und Frost für ihre Sünden und verzehrten sich in Sehnsucht nach dem Licht, das ihnen noch nicht leuchtete“. Doch nachts, da entstiegen die Armen Seelen, das sind die Verstorbenen, die auf den Eintritt in den Himmel noch warten müssen, der grimmigen Kälte und zogen als Totenprozession, Gratzug geheißen, auf kleinen Pfaden durch Täler und Dörfer. Nur besonders empfindsame Menschen bekamen sie zu Gesicht und sie beschrieben die erbärmlichen Geschöpfe als große, magere Gestalten, die einen wie um Erbarmen flehend anblickten. Ab und zu redeten sie zu denMenschen, wie etwa diese Stimme: „ Ich heissu Johanneli Fii, bi zer „Taferna“ Wirti gsii, ha Wasser üüsggä fer Wii und müess jetz in de Chalte Wassru sii“. Solche Erzählungen haben mich schon immer fasziniert. Sagen und der tägliche Anblick der nahe sich auftürmenden Gletscher um Saas-Fee, legten es mir nahe, eben solche Figuren zu schaffen - und sie gelangen, wurden stets eindrücklicher, veränderten sich, wurden „echte“ Arme Seelen. Jetzt musste der „ Gratzug „ noch hinauf in den Allalin-Gletscher. Ja, eines Tages war er da, in der größten Eisgrotte der Welt, die Prozession der Armen Seelen, zu sehen allda als Dauerausstellung. Und so sind die armen Seelen seitdem ein mich immer begleitendes Thema geworden...und der Gratzug von damals ist immer noch oben im ewigen Eis im Eispavillon anzuschauen...
Es wird auch das "Weisse Gold" genannt...ein faszinierendes Material! Eine echte Mimose! Widerspenstig und mühsam in der Verarbeitung, edel im Endprodukt....weiches weiss.. nicht sehr plastisch zum Verarbeiten, viel Ausschuss im Brand, trotzdem fast zauberhaft...Weich anzufühlen, kühl und auch ohne Glasur wunderschön...rein weiß... Porzellan ist kein "Ton" im eigentlichen Sinn. Er kommt nicht, wie etwa Steinzeug- oder Steingutton in der Erde als natürliches Produkt vor. Porzellan wird aus Quarz, Kaolin und Feldspat hergestellt. Erfunden wurde das Material im Kaiserreich China, im Jahre 620.....bis heute ist China, zusammen mit England die Hochburg des weissen Goldes. Ich habe mich schon seit Jahren in dieses speziell schöne Material verliebt. Ich brauche es zum Gießen, drehen auf der Scheibe, modellieren und für Plattentechnik. Es braucht ein bisschen Erfahrung und zum Teil auch Mut, sich mit Porzellan auseinander zusetzen.. Er verhält sich sehr anders als 'normaler Ton'....weniger plastisch, hat beim Modellieren viel weniger Stand und Porzellan vergisst nicht! Dies erfährt man vor allem beim Drehen an der Scheibe. Eine einmal entstandene 'Eierform' wenn auch während dem Drehen wieder korrigiert, kommt ganz sicher beim Hochbrand wieder zum Vorschein! Aber auch das kann seinen Charme haben, und manch ein Porzellan-Schälchen macht seine nicht perfekten Rundungen durch seine Transparenz und Feinheit wieder wett...fast wie im Leben! Durch sein natürliches reines Weiss ist Porzellan ein wunderbarer Träger für feine Farben, Muster und Reliefs.. Ich liebe Porzellan und es ist heute ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeiten...
In all meinen kreativen Jahren habe ich unzählige Ausstellungen gemacht. Erfreuliche, weniger erfreuliche, herrliche, langweilige, grosse, unübersichtliche, unerwartet gut laufende, gut organisierte, chaotisch organisierte, überraschende, charmante, angenehme, attraktive, hübsche, eintönige, fade und solche grau in grau...aber jede war den Aufwand wert. Bei vielen Gruppenausstellungen, im In-und Ausland, aber auch Einzelausstellungen in Galerien, Läden und anderen Ateliers habe ich meine Kreationen präsentiert. Stets geht man mit Lieblingsstücken, neuesten Techniken, voll Freude und einer gewissen Erwartung, die dann entweder bestätigt, übertrumpft oder sich als Traum erweist. Ich fände es langweilig, jetzt hier die gesamten Orte und Daten einzeln aufzuzählen, ich nenne hier einfach meine Lieblingsausstellungen, die mir persönlich sehr viel bedeuten...das wichtigste ist aber für mich, dass ich durch diese Ausstellungen unzählige, wertvolle Begegnungen und Gespräche erlebt habe, viele Interessante Menschen kennengelernt und durch das meinen Horizont erweitern konnte. Letzteres ist für mich sehr wichtig...
Mein kleines Paradies....
Es gibt es noch nicht so lange, Miis Atelier... Im Frühjahr 2015 habe ich es eröffnet. Es ist meine kreative Werkstatt, mein Rückzugsort, meine Welt zum Arbeiten, träumen, und verwirklichen...hier kann ich Distanz zum normalen Alltag nehmen, mich selber sein und der Kreativität freien Lauf lassen... Ein herrliches Gefühl! Mein kleines Paradies....
Fernsicht - Aussicht - Weitsicht Stetes suchen, probieren, verwerfen, wieder beginnen, entdecken, finden, sich trauen, sich freuen - träumen.
Das ist Kunst
Miis AtelierNach der obligaten Schulzeit und meiner Ausbildung zur Pharmaassistentin 1989 habe ich einige Jahre in Leukerbad gearbeitet und dort meinen Mann, Joachim kennengelernt. Das Apothekerwesen hat uns Schliesslich nach Saas-Fee gebracht. Seit 1992 führt Joachim die Apotheke in Saas-Fee.
In Saas-Fee erwachte in mir, neben der Arbeit in der Apotheke, die Freude an darstellender Kunst, und sie begann mit Kursen ...
Natürlich befasste ich mich im Verlaufe meiner künstlerischen Tätigkeit mit vielen keramischen Objekten wie Vasen, Schüsseln, Teller, Dekorationen. Die Keramik ist mit all ihren Facetten, fast unerschöpflichen Möglichkeiten ein faszinierendes und sehr abwechslungsreiches Schaffensgebiet..
Im Jahr 1995 habe ich meinen Traum realisiert, und zusammen mit Christa Zurbriggen ein eignes Atelier eröffnet.. Das Atelier Casa brillante...Ganz andere Dimensionen taten sich auf. Viel öfter hatte ich jetzt die Möglichkeit mich mit Ton auseinander zusetzen. Viel mehr Kreativität und Fantasie war die Folge..20 Jahre hatten wir viele schöne gemeinsame kreative Stunden, Ausstellungen und Momente..
Ende 2014 spürte ich das Verlangen nach eignen 4 Wänden und mehr Platz. In der ehemaligen Galerie Ka-Art in Saas-Fee hat sich mir die Möglichkeit geboten, ein eigenes Atelier zu eröffnen. Das war dann im Frühling 2015 so weit.. Mit einer riesen Freude, voll Enthusiasmus und Stolz habe ich "Miis Atelier" eingerichtet. Ein kleiner Teil Ausstellungsfläche und vor allem viel Platz zum Arbeiten...Ein neuer kreativer Lebensabschnitt für mich... Ich freue mich sehr auf die zukünftigen Stunden in meinem kleinen Paradies....
Und wieder….Fernsicht - Aussicht - Weitsicht, stetes suchen, probieren, verwerfen, wieder beginnen, entdecken, finden, sich freuen - träumen.
Träumen, tue ich des Öfteren, und zwar vom Land der Künste, Italien, von unserem Haus im Piemont, dem „Piccolo sogno“ wo ich sehr gerne verweile und Inspirationen für meine künstlerischen Tätigkeiten empfange..
| atelier casa brillante | Christa Zurbriggen, Saas-Fee |
| swissceramics | swissceramics – der Verband Schweizer Keramik – ist der gesamtschweizerische Zusammenschluss aller keramischen Ausrichtungen von Kunsthandwerk über Design bis hin zur freien Kunst. |
| Keramikfreunde Schweiz | Im 1945 gegründeten Verein Keramikfreunde der Schweiz finden sich Keramiksammlerinnen/sammler, Kunstfreunde, Fachleute von Museen, Denkmalämtern, archäologischen Dienste, Hochschulen sowie des Kunsthandels zusammen. |